Über diesen Blog

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Kulturtechniken scheinen einem Muster zu folgen: Was als Segen beginnt wird allzu schnell zum Fluch. Das Automobil versprach grenzenlose Mobilität, jetzt stehen wir immer öfter im Stau und Städte stöhnen über Umweltbelastungen. Oder nehmen wir Hygiene. Als Pasteur Bakterien als Ursache für viele Krankheiten ausmachte war dies eine der segensreichsten Entdeckungen für die Menschheit, der Milliarden Menschen ihr Leben verdanken. Doch auch hier neigt der Mensch zur Übertreibung, wenn zum Beispiel in privaten Haushalt Desinfektionsmittel verwendet werden und wir dadurch vor allem sehr extreme Bakterienstämme heranzüchten, die erst recht krank machen oder denken wir an den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung.

So wie unsere Mobilität heute nicht ohne Verbrennungsmotor auskommt, so abhängig sind wir in all unserem Tun und Handeln von Zahlen. Sehr grundlegende Konzepte unserer Gesellschaft sind mit dem Einsatz von Zahlen verknüpft: Objektivität, Rationalität, Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Leistung, ja sogar Wahrheit. Doch woher kommen diese Zahlen, die uns diese königlichen Werte zur Allwissenheit versprochen haben und sich dabei im Laufe der Jahrhunderte tief in unsere menschliche Entscheidungsfindung eingenistet haben? Viel wichtiger aber noch: Können wir ihnen überhaupt trauen und guten Gewissens unsere menschliche Intuition an sie delegieren?

Wir erleben eine unbändige Gier darin, Zahlen zu erheben und als Grundlage für unser Handeln und Tun heranzuziehen. Das gilt für unsere privaten Entscheidungen wie für Mechanismen mit denen Unternehmen, Verwaltungen und Wissenschaftler vorgehen. Aber: Haben wir nicht auch diese Kulturtechnik überzogen? Verdrängen Zahlen nicht andere wichtige Aspekte? Laufen wir mit Ihnen nur rational und effizient in die Irre? Täuschen sie eine Objektivität vor, die vielleicht gar nicht gerechtfertigt ist?

Dieser Blog geht solchen Fragen nach und beleuchtet kritisch wie wir Zahlen anwenden. Sei es privat oder in Wissenschaft, Unternehmen oder der Politik.

Life is a series of natural and spontaneous changes. Don’t resist them – that only creates sorrow. Let reality be reality. Let things flow naturally forward in whatever way they like. 

Lao Tzu

 

Vorstellung der Autoren


Günther Eufinger

Günther Eufinger stellt als Initiator und Vordenker dieses Blogs die Gretchenfrage, ob die Verwendung von Zahlen ihrem Nutzen gerecht wird oder möglicherweise nicht durch Fallstricke in letztlich schlechteren Entscheidungen mündet. Dafür bringt er seine Erfahrung als Berater für internationale agierende Unternehmen ein, mit dem Fokus auf die Felder Corporate Governance, und die Weiterentwicklung von Management Systemen wie Compliance. Hier sind immer wieder Planungsentscheidungen auf Grundlage von Unternehmenskennzahlen aufzubereiten. Für diesen Blog legt er daher auch gerne die Perspektive der praktischen Unternehmenswelt an und legt Problematiken offen, die in der wirtschaftlichen Anwendung von Zahlen entstehen.

Tom Schulz

Tom Schulz ist freier Wissenschaftsautor und nimmt in diesem Blog die Perspektive von Wissenschaft und Forschung zur Nutzung von Zahlen ein. Durch sein Studium der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften beschäftigte er sich in seinem Werdegang verstärkt mit menschlichem Verhalten innerhalb (ökonomischer) Entscheidungssituationen. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in der Neurowissenschaft, der empirischen Wirtschaftsforschung sowie dem Investment Management kann er auf umfangreiche Kenntnisse sowohl in der Forschung als auch in der freien Wirtschaft zurückblicken.